Le Chajim 2019

9. Rothenburger Jüdische Kulturwoche „Le Chajim 2019“

12.10.–22.10.2019

Sa., 12.10.19, 19.30 Uhr, Städtischer Musiksaal, Kirchplatz 12, Dr. Elke Morlok: Jüdische Mystik für Anfänger. Eine Einführung in die Kabbala

Der Vortrag (in Zusammenarbeit mit den Rothenburger Diskursen) gibt einen ersten Einblick in die Strömungen und Grundkonzeptionen der jüdischen Mystik und ihre überbordende Bilderwelt. Ausgehend von verschiedenen Traditionen im mittelalterlichen Ashkenaz, dem Rheinland mit den berühmten ShuM Städten (Speyer, Worms und Mainz), und auf der iberischen Halbinsel, werden wir die weiteren Blütezeiten dieser Literaturen und Gemeinschaften in Italien, Safed und Osteuropa betrachten bis hin zu einem erneuten Auftauchen in der Popkultur der Postmoderne. 

DieReferentin Privatdozentin Dr.Elke MorlokhatEvangelische Theologie und Judaistik in Tübingen, Heidelberg und Jerusalem studiert. 2008 hat sie an der Hebräischen Universität Jerusalem promoviert, 2017 wurde sie an der Goethe-Universität Frankfurt/Main habilitiert. Derzeit ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Goethe-Universität Frankfurt am Main im Seminar für Judaistik/LOEWE Religiöse Positionierung. 

Der Eintritt ist frei. Über Spenden freuen wir uns.

So., 13.10.19, 11 Uhr, Forum Rothenburg Filmpalast, Matinee der Rothenburger Dokumentarfilmgruppe: „Wir haben euch doch nichts getan!“

 

Die Rothenburger Dokumentarfilmgruppe zeigt in einer Premiere einen Film über das Ende des jüdischen Lebens in Rothenburg 1938. Eine jüdische Augenzeugin und mehrere Rothenburger Augen- und Zeitzeugen schildern die dramatischen Schicksale der jüdischen Bevölkerung vor ihrer Vertreibung aus Rothenburg. Noch vor der Reichspogromnacht wurden die letzten 17 Juden aus der Stadt vertrieben.

Eintritt 3 €; Um Spenden für die Rothenburger Dokumentarfilmgruppe wird gebeten.

So., 13.10.19, ab 13.50 Uhr: Exkursion: Das Jüdische Aub. Exkursion.

Die kleine Stadt Aub, etwa 27 Kilometer von Rothenburg entfernt, besaß ab der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts bis 1938 permanent jüdisches Leben. Zwei ehemalige Synagogen, ein Friedhof und anderes zeugen von den jüdischen Bewohnern, deren Zahl Ende des 19. Jahrhunderts einmal zehn Prozent der Bevölkerung betragen hatte.

Treffpunkt ist am Parkplatz vor der Berufsschule am Bezoldweg 31 um 13.50 Uhr. Abfahrt um 14 Uhr mit einem Kleinbus oder/und privaten Kfz. Leitung: Lothar Schmidt. Führung: Georg Pfeuffer. Dauer etwa 90 Minuten.

Für den Transport ist eine verbindliche Anmeldung erforderlich: Tel. 09861-7006-20.

Kosten: 5,-€ pro Person.

 

Di., 15.10.19, 19 Uhr, Forum Rothenburg Filmpalast, Nördlinger Strasse 1, Amos Oz: Eine Geschichte von Liebe und Finsternis

Der berühmte israelische Schriftsteller Amos Oz ist Ende letzten Jahres gestorben. Der Film erzählt die Jugendgeschichte von Amos Oz zur Zeit des zu Ende gehenden britischen Mandats in Palästina und der ersten Jahre des Staates Israel. Im Zentrum des Films steht die Beziehung von Amos zu seiner Mutter. Die Dreharbeiten fanden an den Originalhandlungsorten des Films statt, so in Tel Aviv und Jerusalem, wo Amos Oz geboren wurde und aufgewachsen ist.

Film: Israel/USA 2015, Synchr. deutsch, 98 Min., Regie u. Drehbuch: Natalie Portman. FSK 12 Jahre.

Eintritt im Kino. Mail: info@forumrothenburg.de; Tel.: 09861 – 9767060

Mi., 16.10.19, 17 Uhr, St.-Jakobs-Kirche: Kantorin Jasmin Neubauer: Dreißig Minuten Orgelmusik mit Orgelmusik aus der Synagoge

Viele liberale Synagogen in Europa besaßen im 19. Jahrhundert Orgeln oder sogar synagogale Chöre und begleiteten damit die Liturgie des jüdischen Gottesdienstes. Traditionelle jüdische Melodien wurden von Louis Lewandowski (1821–1894), Moritz Deutsch (1818–1892) und anderen jüdischen Komponisten und Kantoren (Chasanim) mit den stilistischen Mitteln der europäischen romantischen Musik ihrer Zeit bearbeitet. Die Musik klingt nicht wie die gewohnte Klezmermusik. Jasmin Neubauer bringt einige ausgewählte Stücke an der Rieger-Orgel von St. Jakob zu Gehör. Eintritt frei. Wir freuen uns über eine Spende für die Kirchenmusik St. Jakob

Do., 17.10.19, 19.30 Uhr, Städtischer Musiksaal, Kirchplatz 12, Vortrag Michael Rummel, Jüdische Reaktionen auf die Reformation

Vor zwei Jahren feierte die evangelische Kirche fünfhundert Jahre Reformation. Aber wie wurde Luther damals von seinen jüdischen Zeitgenossen wahrgenommen? An diesem Abend lernen Sie jüdische Quellen aus dem 16. Jahrhundert kennen, die sich mit Martin Luther und den Umbrüchen seiner Zeit befassen. In einem anonymen Manuskript von 1530 wird beispielsweise behauptet, dass es Herzöge, Fürsten und andere Mächtige zu Martin Luther hinzöge, dazu auch viele Gelehrte christlichen Glaubens. Luther habe zuerst gefordert, man solle den Juden kein schweres Joch auflegen, mit ihnen ehren- und liebevoll umgehen und sie so der Kirche nahebringen, denn Jesus stamme aus der Familie Israels. Da man aber über Luther gespottet habe, dass er fast ein Israelit sei, habe es ihn gereut, sodass er seine Worte geändert und Böses über Israel geschrieben habe. Der Vortrag lädt dazu ein, aus dem historischen Quellen Impulse für den heutigen interreligiösen Dialog mitzunehmen.

Zum Referenten: Michael Rummel studierte Evangelischen Theologie in Neuendettelsau und Leipzig, und Judaistik in Beer Sheva und Jerusalem. In seiner Zeit in Israel lernte er verschiedene historische jüdische Quellen kennen. Es erwuchs für ihn die Frage, wie das Judentum auf die Reformation reagiert hat. Das Thema der theologischen Doktorarbeit von Michael Rummel ist „Die Rezeption der Reformation in jüdischen Chroniken des 16. Jahrhunderts“.

Der Eintritt zum Vortrag in Zusammenarbeit mit den Rothenburger Diskursen ist frei. Über Spenden freuen wir uns.

Sa.,19.10.15, 15 Uhr: Brundibar, Stadtbücherei Rothenburg, Klingengasse 6.

Ein Musikalisches Erzähltheater. Aninkas und Pepiceks Mutter ist krank. Sie braucht Milch, sagt der Doktor. Also laufen die beiden Kinder in die Stadt, um Milch zu holen. Aber sie haben kein Geld, und ohne Geld gibt es keine Milch.

Sie wollen singen, um Geld zu verdienen, doch sie werden von Brundibar verscheucht, dem grässlichen Leierkastenmann.

Bis Aninka und Pepicek Hilfe erhalten, durch sprechende Tiere und durch viele, viele Kinder. Gemeinsam gelingt es ihnen, Brundibar aus der Stadt zu verjagen.

Dieser märchenhafte Stoff stammt aus einer Kinderoper, die von 1943 an im KZ Theresienstadt 55-mal aufgeführt wurde. Voller Magie sind die Bilder in der neu erzählten Geschichte von Brundibar, die vielen Kindern damals Mut und Hoffnung gegeben und die bis heute nicht ihren Zauber verloren hat. Erzählt und und zum Klingen gebracht wird die Geschichte von Josef Allabar, Ulrich Kohler und Kati Voltz. Dabei sind Mitmachen und Mitsingen strengstens erlaubt.

Für kleine und große Leute ab 6 Jahren

Eintritt frei. Über Spenden freuen wir uns.

So, 20.10.2019, 15– 18 Uhr, Gemeindezentrum Jakobsschule, Großer Saal, Kirchplatz 13, Mit-Mach-Tänze zu Musik aus Israel. Workshop mit Steffi Mönikheim.

Tanzen wir miteinander Kreis- und Paartänze zu Musik aus Israel! Israelische Volkstänze sind Ausdruck von Vitalität und Lebensfreude. Die Tänze werden Schritt für Schritt angeleitet. Die Schrittfolgen sind vom Bundesverband für Seniorentanz e.V. adaptiert und sind tanzbar für jedes Alter! Es sind weder Vorkenntnisse noch ein Partner erforderlich. Zum Trinken stehen Wasser und Tee bereit. Sie haben Freude an der Bewegung zu Musik und tragen bequeme, sichere Schuhe mit dünner Sohle. Wir freuen uns auf einen frohen Tanznachmittag mit Ihnen!

Anmeldung bis 18.10.19 über das Pfarramt St. Jakob, Klostergasse 15, 91541 Rothenburg, Tel.: 09861 7006-20, Mail: pfarramt.stjakob.rothenburg@elkb.de

Teilnahmegebühr: 7 €.

Sonntag 20.10.2018, 19.30 Uhr, Gemeindezentrum Jakobsschule, Großer Saal, Kirchplatz 13, Vortrag Georg Rößler: „Warum haben wir alle Aktien in Jerusalem?“

Warum gibt es in Israel und den palästinensischen Gebieten mehr Journalisten pro Quadratmeter als sonstwo auf der Welt? Warum schaut die Welt gebannt – wie das Kaninchen auf die Schlange – auf die Stadt Jerusalem? Warum führte die Ankündigung von Präsident Trump, die Botschaft der Vereinigten Staaten nach Jerusalem zu verlegen, zu internationalem Aufruhr? Wie konnte es dazu gekommen, dass sich eine unbedeutende kanaanäische Siedlung zu der bekanntesten Stadt der Welt entwickelt hat – bis hin zu einem himmlischen Jerusalem? Warum haben wir (fast) alle ‚Aktien in Jerusalem?‘ Mit einem Streifzug durch Bibel- und Zeitgeschichte wollen wir versuchen, diese Fragen für uns zu erhellen...

Georg Roessler studierte Jüdische Wissenschaften und Bibel (M.A.) in Jerusalem und Heidelberg und lebt seit 1988 in Jerusalem. Von 1989 bis 1995 arbeitete er als Projektassistent in dem Büro der deutschen Friedrich Naumann Stiftung in Jerusalem. Als lizensierter Reiseleiter führt er seit 1985 überwiegend christliche Pilger- sowie politische Bildungsreisegruppen durch Israel. Georg Rößler ist Gründer und ehrenamtlicher Co-Direktor von ‚SOS-Gewalt/Zentrum für Friedenspädagogik in Israel’. Er ist Reiseveranstalter und Co-Direktor von SK-Tours in Nature und Begründer der Projekte ‚Fair Travel in Israel & Palästina‘ und dem ‚Jerusalem-Weg‘.

Eintritt frei. Über Spenden für das Projekt SOS-Gewalt/Zentrum für Friedenspädagogik in Israel’ freuen wir uns.

Montag, 21.10.19, 19.30 Uhr, Theater am Burgtor, Herrngasse 38, Erich Fried und Zeitgenossen. Lesung mit Ruth Baum, Hannelore Hochbauer, Cornelia Kartak und Peter Noack

In einem Lyrik-Abend stellen Hannelore Hochbauer, Ruth Baum, Peter Noack und Cornelia Kartak das umfangreiche Schaffen Erich Frieds (1922–1988) vor. Seine literarischen Wegbegleiter sind Ingeborg Bachmann, Hilde Domin und Peter Handke gewesen. Sechs Themenfelder mit Textbeispielen lassen ein Bild von Erich Fried entstehen. 

Den von Kindheit an gehbehinderten Fried prägen frühe Erlebnisse: Nach einer Demonstration mit 87 Toten 1927 in Wien, dem Geburtsort Frieds, weigert er sich vor dem Polizeipräsidenten ein Weihnachtsgedicht aufzusagen. Das Naziregime treibt die Familie dann ins Exil nach London. Dort entsteht der Gedichtband „Von Bis nach Seit“. Von Erich Fried sind politische Gedichte („Wer will, dass die Welt so bleibt, wie sie ist, der will nicht, dass sie bleibt“), und Liebesgedichte bekannt, wie „Es ist, was es ist, sagt die Liebe…“ 

Eintritt frei. Über Spenden freuen wir uns.

 

Di., 22.10.2019, 17.30 Uhr, Führung mit allen Sinnen durch das Jüdische Rothenburg

Bei dieser Führung durch die Rothenburger Altstadt kommen die Facetten der jüdischen Geschichte Rothenburgs zur Sprache von Rabbi Meir bis zu den Stolpersteinen. An manchen Stellen ist zu erfahren, wie die jüdische Religion alle menschlichen Sinne anspricht.

Beginn um 17.30 Uhr am Marktplatz

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Hinweis: Das Pilgerzentrum Nürnberg St. Jakob bietet in Zusammenarbeit mit Bildung evangelisch zwischen Tauber und Aisch von 31.5. bis 9.6.2020 eine Pilgerwanderreise auf dem Jerusalemweg in Israel an. Informationen bei: Oliver_Gußmann@yahoo.com; 09861-700625.

 

Programmverantwortliche: Oliver Gußmann, Hannelore Hochbauer, Lothar Schmidt und Brigitte Wagner

Wir danken allen Ehrenamtlichen für die Mitarbeit am Programm der Jüdischen Kulturwoche und Johanna Kätzel für die Erstellung des Faltblatts. Wir danken der Stadt Rothenburg ob der Tauber, Bildung evangelisch zwischen Tauber und Aisch, dem Bezirk Mittelfranken und dem Verein Begegnung Christen und Juden Bayern für die finanzielle Förderung.

 

10. Kulturwoche Le Chajim im nächsten Jahr: voraussichtlich 16.–25. Oktober 2020